Hochschule & Bildung

Hochschulen und Universitäten obliegen grundlegend drei Aufgaben:

  1. Vermittlung der Kultur im Zusammenspiel mit der Befähigung der Studierenden, sich zu den aktuellen Herausforderungen der gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen eine persönliche Haltung zu bilden. Dies impliziert die offene Fragestellung, wie wir uns als Menschen verstehen und in welcher Gesellschaft wir leben wollen.
  2. Die fachbezogene und disziplinäre Bildung auf dem Hintergrund inter- und transdisziplinärer Zusammenhänge.
  3. Wissenschaftliche Forschung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Je nach der Spezifizierung der Hochschultypen gewinnen diese drei Aufgaben unterschiedliche Gewichtungen und Ausformungen. Lehre und Forschung können aber nur dann in sich sinnvoll sein, wenn sie in mittelbaren Bezug zur erstgenannten Aufgabe stehen.

Als weitere Aufgaben obliegen in einem neueren Verständnis den Hochschulen und Universitäten

  1. die Förderung gesellschaftlicher Verantwortung und
  2. die Förderung regionaler Entwicklung unter dem Vorzeichen der ökologischen, sozialen und damit auch ökonomischen Nachhaltigkeit.

Grundlage zur Erreichung einer hinreichenden Erfüllung dieser Aufgaben ist eine demokratische Verfasstheit der Hochschulen, welche ein individuelles wie solidarisches und letztlich zweckfreies Studium (auch das der wissenschaftlich Tätigen) ermöglicht. Zu Beginn der jetzt anbrechenden postökonomischen Epoche werden sich die Hochschulen (wieder) vermehrt an dem Ideal der Keimzelle der Demokratie orientieren. Das Ideal der „Unternehmerischen Hochschule“ ist ad absurdum geführt, was nicht bedeutet, dass es nicht immer schon um Geld und Finanzierungsmöglichkeiten ging und gehen wird.